Was macht die Polizei?

Wenn Sie sich akut bedroht fühlen, rufen Sie immer den Notruf der Polizei unter der Telefonnummer 110 an!

Auch wenn Sie als Nachbarn oder Freunde Zeugen häuslicher Gewalt werden, wenden Sie sich bitte an die Polizei.

Ist der Notruf bei der Polizei eingegangen, fahren sofort möglichst eine Polizeibeamtin und ein Polizeibeamter zum Tatort. Zunächst wird der Sachverhalt geklärt, das heißt, dass alle Beteiligten getrennt befragt werden.

Dann entscheiden die Polizeibeamten, ob die Gefahr besteht, dass es auch zukünftig zu weiteren Gewalttaten kommen wird. In diesem Fall wird die Polizei den Täter bis zu 14 Tage aus der Wohnung verweisen. Er darf dann für die entsprechenden Tage die Wohnung nicht mehr betreten. Er kann ein paar Sachen einpacken, die er für diese Tage braucht und muss dann den Wohnungsschlüssel abgeben. Diese Entscheidung können die Beamten auch gegen den Willen der betroffenen Personen fällen! Es spielt dabei keine Rolle, wem die Wohnung gehört oder wer sie gemietet hat. Die Polizei kontrolliert, ob sich der Täter an die Wegweisung hält. In schweren Fällen besteht auch die Möglichkeit, dass der Täter von der Polizei vorläufig festgenommen wird.

Die Polizeibeamten schreiben dann eine Strafanzeige und senden einen Bericht an die BISS-Beratungsstelle, damit diese mit der betroffenen Frau Kontakt aufnehmen und sie zeitnah unterstützen kann.

Dieser Bericht geht ebenfalls an die Täterberatungsstelle „Faust“. Von dort aus wird Kontakt mit dem Täter aufgenommen und ihm ein Beratungsgespräch und eine Therapiemöglichkeit angeboten.

Wenn Kinder mit in der Wohnung leben, wird auch das Jugendamt informiert.

Wer schlägt muss gehen!

Was macht die Polizei?
Quelle: Polizeiliche Kriminalprävention der Länder und des Bundes
www.polizei-beratung.de
Bearbeitet von Olga Barbje/Frauenberatungsstelle