Digitale Stadttour:

Geschlechts­spezifische Gewalt und Femizide

Willkommen zur digitalen Stadttour zu geschlechtsspezifischer Gewalt und Femiziden, mit dem Schwerpunkt frauenORT Cilli-Maria Kroneck-Salis. Die Tour führt Sie an sechs Stationen durch Bad Iburg und Osnabrück. Scannen Sie an jeder Station den QR-Code, um den passenden Audiobeitrag zu hören.

Cilli-Maria Kroneck-Salis war Mitbegründerin des Autonomen Frauenhauses Osnabrück und setzte sich ihr Leben lang für ein gewaltfreies Leben für alle ein. Die Tour erzählt von ihr und informiert über geschlechtsspezifische Gewalt und Femizide, von Partnergewalt über sexualisierte Gewalt bis hin zu Queerfeindlichkeit.

Die 6 Stationen der Stadttour

Die Stationen bauen aufeinander auf. Wir empfehlen, sie in der vorgeschlagenen Reihenfolge zu hören.

Die genauen Stationen finden Sie bald hier.
Die Stadttour wird bis Ende 2026 im öffentlichen Raum installiert werden. Wir bitten noch um Geduld.

Eine erste Hörprobe:
Station 1 – Bad Iburg

Sie befinden sich am Geburtshaus Cilli-Maria Kroneck-Salis.

Warnung: Die Tour behandelt geschlechtsspezifische Gewalt und Femizide.

Die Stadttour, die du anhörst, informiert zu den Themen frauenORTE Niedersachsen und geschlechtsspezifische Gewalt und Femizide. Die sechs Stationen bauen aufeinander auf. Daher empfehlen wir, die einzelnen Stationen in der vorgeschlagenen Reihenfolge zu hören. Die Texte sind gelesen von Sophia Süßmilch und Gretchen. In den Audioabschnitten geht es um Gewalt. Wenn dir das zu nah geht, kannst du jetzt pausieren oder aufhören. Das Projekt ist gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung und CEDAW in Niedersachsen. frauenORTE Niedersachsen ist eine Initiative des Landesfrauenrates Niedersachsen e. V.

Sophia: Hallo. Schön, dass wir uns heute hier treffen und die frauenORTE Stadttour zu geschlechtsspezifischer Gewalt und Femizide zusammen machen!

Gretchen: Hi. Ich freue mich auch, dass du dabei bist. Ich könnte die Tour natürlich auch alleine machen. Ich finde es aber gut, mich an der ein oder anderen Stelle mit dir austauschen zu können. Bist du denn gut hier nach Bad Iburg gekommen zur ersten Station?

Sophia: Ja, hat prima geklappt. Wieso startet die Tour denn in Bad Iburg?

Gretchen: Hier steht das Geburtshaus von Cilli-Maria Kroneck-Salis. Ihr ist der frauenORT der Stadt und des Landkreises Osnabrück gewidmet.

Sophia: Spannend. Was sind denn frauenORTE?

Gretchen: frauenORTE sind Orte in Niedersachsen, die engagierte Frauen und deren Wirken sichtbar machen sollen. Geschichte wurde lange vor allem von Männern geschrieben – und erzählt. frauenORTE setzen dem etwas entgegen. Frauen engagieren sich gesellschaftlich genauso viel, es wird nur meist weniger wertgeschätzt.

Sophia: Wofür hat Cilli-Maria sich denn eingesetzt und weshalb ein gemeinsamer frauenORT, wenn sie doch hier in Bad Iburg geboren ist?

Gretchen: Gute Fragen! Die hängen sogar miteinander zusammen. Cilli-Maria hat sich für Selbstbestimmung und für ein gewaltfreies Leben für alle eingesetzt. Sie war Mitbegründerin des Autonomen Frauenhauses Osnabrück. Weil der Ort natürlich geheim bleiben muss, um die dort wohnenden Frauen und Kinder zu schützen, ist der physische Ort des frauenORTES ihr Geburtshaus in Bad Iburg. Daher der gemeinsame frauenORT.

Sophia: Cilli-Maria hat das Autonome Frauenhaus in Osnabrück gegründet? Wow, das muss ja ein riesiger Kraftakt gewesen sein, vor allem zur damaligen Zeit in den 70ern.

Gretchen: Auf jeden Fall. Cilli-Maria war eine äußerst engagierte Sozialpädagogin, die sich mutig und kämpferisch für den Schutz von gewaltbetroffenen Frauen einsetzte. Sie war allerdings nicht alleinige Gründerin, sondern Mitbegründerin. Es gab eine Reihe engagierter feministischer Frauen, die zusammen Gewaltfreiheit in Osnabrück voranbrachten und Unterstützungsangebote erstritten. Es stimmt also beides: Cilli-Maria stand stellvertretend für eine Welle des Feminismus in den 70ern und war zugleich eine herausragende Persönlichkeit. Wobei…

Sophia: Wobei? Ihr ist doch der frauenORT gewidmet. Das erhält eine Frau doch sicherlich nicht einfach so.

Gretchen: Nein, davon kannst du ausgehen! Ich frage mich nur, wie Cilli-Maria unser Gespräch über sie als herausragende Persönlichkeit gefunden hätte. Schließlich hat sie über sich selbst den sehr bekannten Satz gesagt: „Ich lasse mir nichts gefallen, und ich finde das nicht stark, ich finde das selbstverständlich.“

Sophia: Das hört sich sehr bodenständig an. Ich finde, es macht aber auch ein Selbstverständnis deutlich: Nämlich, dass alle Geschlechter gleichberechtigt sein sollten. Und der Kampf gegen Ungerechtigkeit eben eine Notwendigkeit darstellt. Gleichzeitig aber auch eine Gelassenheit. Total spannend, was ich alles in den Satz hineininterpretieren könnte! Vielleicht kurz zusammengefasst: er wirkt auf mich unaufgeregt fordernd.

Gretchen: Da würde ich mitgehen. Und vielleicht Cilli-Maria ja auch. Sie hat es immer verstanden, Menschen zusammenzubringen. Am besten eben auch für die gute Sache, also gleiche Rechte für alle Geschlechter und Gewaltfreiheit. Dafür stand hier die Tür in ihrem Geburtshaus immer für alle offen.

Sophia: Das scheint mir auch das Konzept dieser Stadttour zu sein: Allen offen zu stehen für neue Eindrücke zu frauenORTEN, Cilli-Maria und geschlechtsspezifischer Gewalt.

Gretchen: Spannende Perspektive, diese Verknüpfung. Dann lädt diese Stadttour also dazu ein, zuzuhören. Den Stimmen aus der Geschichte. Und den Stimmen der Gegenwart. Schon beeindruckend, wie aktuell das alles noch ist. Also beeindruckend aber in Anbetracht des Themas auch bedrückend, muss ich zugeben. Denn manches an den kommenden Themen wird eventuell schwer auszuhalten sein. Vielleicht macht uns manches wütend oder traurig. Das ist okay.

Sophia: Wenn wir Unterstützung benötigen, finden wir Hilfs- und Unterstützungsangebote immer unter www.osnabrueck-gegen-gewalt.de. Jetzt geht die Tour aber beim Landkreis weiter oder?

Gretchen: Genau. Dort erfahren wir dann mehr zur Modellregion. Denn es ist wichtig, wenn einzelne Personen wie Cilli-Maria Veränderungen anstoßen und lokal dafür kämpfen. Es muss aber immer um den Abbau von diskriminierenden Strukturen gehen. Denn die prägen die Möglichkeiten vor Ort. Komm, für Infos zur Modellregion müssen wir nochmal eine kleine Strecke zurücklegen.

In Kürze werden wir den Text hier auch in leichter Sprache zur Verfügung stellen.

Hintergrund der Stadttour

Das Projekt frauenORTE Niedersachsen* zeigt das engagierte Wirken von Frauen.

Der geteilte frauenORT von Landkreis und Stadt Osnabrück ist Cilli-Maria Kroneck-Salis, Mitbegründerin des Autonomen Frauenhauses Osnabrück, gewidmet. Da der Ort des Frauenhauses geheim bleiben muss, haben die Gleichstellungsbüros der Stadt Osnabrück, des Landkreises Osnabrück sowie der Stadt Bad Iburg gemeinsam mit Unterstützung des Autonomen Frauenhauses Osnabrück eine digitale Stadttour entwickelt. Ziel der Stadttour ist es, auch ortsunabhängig, zu dem frauenORT und den damit zusammenhängenden Themen der geschlechtsspezifischen Gewalt zu informieren.

Inhaltshinweis: Bei der Stadttour wird über sensible Themen wie geschlechtsspezifische und sexualisierte Gewalt gesprochen.

Die Stadttour ist gelesen von Sophia Süßmilch und Gretchen:

Die 6 Audiostationen können mittels QR-Codes an Plaketten im öffentlichen Raum mit beispielsweise einem Handy abgerufen werden. Die sechs inhaltlichen Stationen. Sie thematisieren:

  • frauenORTE und Leben & Wirken von Cilli-Maria Kroneck-Salis
  • CEDAW als Modellprojekt gegen Gewalt
  • Geschlechtsspezifische Gewalt und Femizide
  • Bedeutung des signal for help
  • Autonomes Frauenhaus Osnabrück
  • Queerfeindlichkeit

Das Projekt ist gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung und CEDAW in Niedersachsen im Rahmen des Projektes „Gleichstellung sichtbar machen – CEDAW in Niedersachsen“.

Logo Förderung durch das niedersächsische Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Gleichstellung
Logo des Landesfrauenrates Niedersachsen e.V.
Logo frauenOrte Niedersachsen

* frauenORTE Niedersachsen ist eine Initiative des Landesfrauenrates Niedersachsen e.V., die Leben und Wirken bedeutender historischer Frauenpersönlichkeiten lebendig werden lässt und in der breiten Öffentlichkeit bekannt macht. Die Initiative will auch dazu beitragen, dass Frauengeschichte und Frauenkultur einen festen Platz im Spektrum kulturtouristischer Angebote erhalten.

Näheres unter: www.frauenorte-niedersachsen.de