Das Osnabrücker Netzwerk gegen häusliche Gewalt

Das Osnabrücker Netzwerk gegen häusliche Gewalt

Wir schauen gemeinsam hin

Wir sind ein Netzwerk gegen häusliche Gewalt in Osnabrück. Jede*r kann von häuslicher Gewalt betroffen sein. Die Gewalt geht nicht immer nur von (Ex-)Partner*innen aus, sondern kann auch Geschwister-Beziehungen oder Eltern-Kind-Beziehungen betreffen.

Frauen trifft diese Gewalt in einem besonderen Maß: Jedes Jahr werden Frauen von ihrem Ehemann, Lebenspartner oder Ex-Partner getötet. Diesen Tötungen gehen häufig Fälle von häuslicher Gewalt voraus. Um diese Tötungen zu verhindern, haben wir in Osnabrück ein Fallmanagement gegründet. Hier schauen wir gemeinsam, mit verschiedenen Institutionen, hin um das Risiko zu erkennen und gemeinsam zu handeln – in Absprache miteinander und den Betroffenen. So können wir ein individuelles Schutzkonzept entwickeln, welches die betroffenen Personen, Kinder und die aktuelle Situation mit betrachtet:

  • Wir schauen gemeinsam hin

  • Wir handeln gemeinsam

  • Wir beziehen die individuelle Situation der betroffenen Person und ihren Kindern ein

In Osnabrück leisten wir mit dem Fallmanagement bereits seit 2014 einen Beitrag zur Unterstützung von Frauen vor allen Formen von Gewalt. Mit der Ratifizierung der Istanbul Konvention (hierbei handelt es sich um bindendes europäisches Recht) am 1. Februar 2018 ist in Deutschland jedes einzelne Bundesland in der Pflicht eine wirkungsvolle Zusammenarbeit zu gestalten. Dabei ist auf allen Ebenen die Arbeit einschlägiger nichtstaatlicher Organisationen und die Zivilgesellschaft, die Gewalt gegen Frauen aktiv bekämpfen, mit einzubeziehen.

Unser Vorgehen

Seit 2014 besteht in Osnabrück Stadt und Landkreis ein Fallmanagement bei Hochrisikofällen häuslicher Gewalt. Bei Vorliegen eines Hochrisikofalles (Schaubild 1) kann die jeweilige erkennende Institution entscheiden, ob sie:

1. den Fall eigenständig klären kann

2. bis zur nächsten datierten „Terminkonferenz“ wartet, um den Fall zu besprechen.

3. eine sogenannte „Spontankonferenz“ einberuft, um in akuten Fällen gemeinsam mit anderen Institutionen, die für den Fall sinnvoll erscheinen, Maßnahmen zum Schutz zu entwickeln.

 

Im weiteren Verlauf erfolgt eine Fallbeschreibung und Dokumentation der Maßnahmen nach einem vorgegebenen Meldebogen. Darüber hinaus können weitere Konferenzen einberufen werden. Abschließend erfolgt eine Ergebnisüberprüfung und weitere Anpassungen können vorgenommen werden. Der Sachverhalt wird dabei von der zuständigen Institution im Blick behalten, sodass auf weitere Entwicklungen fortlaufend eingegangen werden kann.

Das Fallmanagement von Hochrisikofällen in häuslicher Gewalt osnabrueck_1

Schaubild 1

Wer nimmt teil?

Die aktuell am Fallmanagement beteiligten Institutionen (Schaubild 2) nehmen fest an den datierten Terminkonferenzen teil. Darüber hinaus sind viele weitere Institutionen im Netzwerk häusliche Gewalt aktiv, die jedoch nicht fester Bestandteil des Fallmanagements sind. Die weiteren Institutionen können unterstützend bei einem Sicherheitskonzept mitwirken und werden punktuell hinzugezogen, wenn es sinnvoll erscheint. Selbstverständlich können alle anderen Institutionen sich jederzeit an das Fallmanagement wenden, wenn Sie einen Hochrisikofall einbringen und besprechen wollen.

Hinweis: Der bff hat in Zusammenarbeit mit der bff-Arbeitsgruppe „Hochrisiko“ durch Expertinnen aus der Beratung von Gewalt betroffenen Frauen ein umfangreiches Best-Practices-Handbuch veröffentlicht:

Gefährdungen von Frauen als Hochrisikofall erkennen und einschätzen. Effektive Maßnahmen zum Schutz entwickeln. Regionale Kooperationen und wirksames Fallmanagement aufbauen.

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Das Fallmanagement von Hochrisikofällen in häuslicher Gewalt osnabrueck

Schaubild 2